Honigbienen und Wildbienen ergänzen sich und tragen erheblich zur Erhaltung der Artenvielfalt bei. Ohne Bienen keine Bestäubung von Blüten und ohne Bestäubung keine Frucht, also Samen. Der Schaden bei Ernteausfällen durch Nicht-Bestäubung würde auch in Deutschland in die Milliarden gehen!! Der dramatische Rückgang der Artenvielfalt bedingt auch einen starken Rückgang der Wildbienenbestände. Diese sind mittlerweile sehr bedroht, etwa 70 % der Arten stehen auf der Roten Liste!
Die Imker sollten in besonderem Maße einen Blick auf diese Vorgänge haben, also rechtzeitig füttern, damit die Honigbienen nicht noch zu Nahrungskonkurrenten zu den Wildbienen werden. Für die Wildbienen ist die Situation bei anhaltender Trockenheit besonders angespannt. Nektar gibt es nur, wenn die Pflanze auch Feuchtigkeit auf nehmen kann.
Da helfen auch die Blumen in den Gärten nicht viel, zumal die durch den Trend zu den "versteinerten, ach so pflegeleichten", Gärten auch immer weniger werden.
30% der Wildbienenarten sind auf Pollen von nur einer Planzenart spezialisiert (oligolektisch), womit sie ihre Brut versorgen. Pollen wird aber von der Pflanze nicht nachgebildet, was abgeerntet ist, steht nicht mehr zur Verfügung. Vor allem hier kann eine Konkurrenzsituation entstehen.
Bienen und Wildbienen brauchen vor allem ein ständiges, ausreichendes und vielfältiges Nahrungsangebot!!!
Bitte denken Sie beim Anlegen Ihres Gartens und beim Kauf von Pflanzen daran!!
Heimische Arten sind besser als Exoten, ungefüllte Blüten besser als Hybriden!!
Warum ist die Imkerei wichtig?
Es gibt Imker, die sich auf die Bestäubung, z.B. im Obstanbau oder bei Erdbeeren, spezialisiert haben. In Gewächshäusern werden dafür auch gezüchtete Erdhummelvölker eingesetzt.
Immer mehr Verbraucher wollen wissen, wo ihre Lebensmittel herkommen und was sie enthalten. Deshalb sind regionale Produkte sehr gefragt. Der Honig-Verbrauch pro Kopf ist mit ca. 1 kg / Jahr in Deutschland der höchste in Europa. 80% des Honigverbrauchs in Deutschland muss aber importiert werden, meistens aus Lateinamerika, aber auch China. Dort gibt es viele gentechnisch veränderte Pflanzen, die als Lebensmittel zugelassen sind und deren Pollen auch im Honig sein darf! Dies ist bei Honigen und Mischungen aus EU- und Nicht-EU-Ländern auch häufig der Fall. Das spricht eindeutig für den Kauf von heimischem Honig, denn in Deutschland gibt es derzeit keinen zugelassenen Anbau von GVO - Pflanzen.
Honig kann man importieren - Bestäubungsleistung nicht!
Deshalb ist der Honig-Kauf beim Imker "um die Ecke" so wichtig!
Ermutigen Sie mit dem Kauf von heimischem Honig die Imker, trotz vieler Probleme nicht aufzugeben, sondern weiterhin ihre Bienen zu pflegen und ihre Produkte anzubieten.

