Die Betriebsweise der Heckengäu - Imkerei war speziell und hat sich aus jahrelangen Erfahrungen heraus entwickelt. Sie wurde auch mal als "Mädchen - Imkerei bezeichnet!"
Soll heißen: nach 5 Jahren 2-räumiger Betriebsweise im Zander-Maß habe ich auf den ungeteilten Brutraum, die Großraumbeute, umgestellt. Heißt genauer: Zadant, Rähmchenhöhe 285mm (Zander 1,5 hat 337 mm) mit max. 10 Waben und Schied. Das erleichterte die Arbeit, ich war schneller am Bienenvolk fertig, da ich nur noch einen Brutraum kontrollieren musste. Dies bedeutete für die Bienen weniger Stress und Aufregung. Das Brutnest war einheitlich und geschlossen, die Kommunikation unter den Bienen für sie einfacher.
Die Honigräume hatten das 2/3 Maß (159 mm), das war vom Gewicht her schon ein großer Unterschied!
Betriebsweise: der Brutraum wird zunächst nicht erweitert, sondern es werden Honigräume aufgesetzt. So wird der Raum für die Bienen in die Länge gezogen, statt in die Breite und auch starke Völker haben Platz darin. Deshalb fördert der angepasste Brutraum keineswegs die Schwarmstimmung, wie immer behauptet wird. Einige Arbeitsschritte unterscheiden sich natürlich von der 2-räumigen Betriebsweise und manchmal braucht es mehr "Fingerspitzengefühl". Mit der Biologie der Biene sollte man sich auskennen und auch sensibel für die ökologischen Zusammenhänge sein. Wetter und Blütenaufkommen, Phänologie spielen eine ganz große Rolle!
2012 bin ich komplett auf Naturwabenbau umgestiegen, d.h. die Rähmchen hatten nur noch einen Anfangsstreifen aus Wachs. Die Bienen bauen alles komplett selbst aus, im Brutraum wie im Honigraum. Das erhöhte wesentlich die Wabenhygiene und trägt wesentlich dazu bei, Krankheiten zu verhindern. Aber es kostet die Bienen auch Energie, was sich beim Honigertrag etwas bemerkbar macht.
Im 1. Honigraum ist es deshalb hilfreich für die Bienen, wenn sie nicht alle Waben ausbauen müssen, ich hänge blockweise immer zur Hälfte ausgebaute Waben vom Vorjahr dazu.Ab dem 2. Honigraum bekommen sie nur 2 ausgebaute Waben als Aufstiegshilfe. Die restlichen Rähmchen haben einen Anfangsstreifen und werden zügig ausgebaut.
So bekomme ich meinen eigenen, offenen Wachskreislauf. Das ausgeschmolzene Wachs der Bruträume verwende ich für Kerzen und aus dem Wachs der Honigräume und aus dem Entdeckelungswachs werden Anfangsstreifen gegossen.
Im Mai, wenn der Schwarmtrieb beginnt, ist die Zeit günstig, um Jungvölker, sogenannte Ableger, zu bilden. Auch hier, wie bei vielen Maßnahmen des Imkers, gibt es verschiedene Methoden. Jeder Imker findet im Laufe der Zeit die für sich und die Bienen geeignetste Betriebsweise. Ich habe gern aus dem Schwarmtrieb vermehrt, so habe ich immer Brutwabe mit einer bereits gepflegten Weiselzelle genutzt, um Ableger zu bilden. Auch die Totale Brutentnahme ist eine geeignete Schwarmvorwegnahme, die sind Völker so richtig in Baulaune und ich bekomme ganz schnell die schönsten Naturbauwaben.
Drohnenbrut schneide ich nicht, mir ist genetische Vielfalt wichtig!
Für mich galt der Grundsatz: soviel Arbeiten wie nötig am Volk, sowenig wie möglich. Denn jede Maßnahme ist ein gravierender Eingriff für das Volk. Ich arbeitete mit Schied in den Bruträumen, was durchaus Vorteile hat. Am Schied wurde auch das Brutnest erweitert. Das eingefügte Rähmchen mit Anfangsstreifen gibt bereits beim Ausbauen Auskunft über die Schwarmstimmung. So muss man nicht alle Waben bei der Schwarmkontrolle ziehen, sondern max. 3 - 4, außer man findet Weiselzellen.
Die Sommerbehandlung gegen die Varroa führte ich fast 20 Jahre erfolgreich mit 60%-iger Ameisensäure und Schwammtuch durch. Die erste Behandlung bereits Ende Juli hat sich bewährt. Die weiteren Behandlungen erfolgten nach jeweiliger Kontrolle.
Die Ableger habe ich während der Brutfreiheit schon mit Oxalsäure besprüht, sodass im Sommer max. 1 Behandlung mit Ameisensäure notwendig war. Das gilt auch für die Völker, bei denen ich eine TBE (Totale BrutEntnahme) durchgeführt habe.
3 Wochen nach den ersten Kältenächten im Oktober folgte im November nach Bedarf (Bodenbrettkontrolle) die Winterbehandlung. Die führte ich gern so früh wie möglich durch, denn in den letzten Jahren waren die Temperaturen im Dezember einfach schon wieder zu hoch dafür.
Diese Varroabehandlung hatte sich bewährt, die Völkerverluste lagen weit unter 10%. Auch bei Mitimkern und Anfängern hatten wir oft eine 100%-ige Überwinterungsquote.




